Windhund-Rennverein Bayern e.V.
Einsteiger

Einsteiger Informationen

Wir freuen uns über jeden der sich für den Windhundrennsport begeistert. Jeder läuffreudige auch Nicht-Windhund ist natürlich mit seinem Menschen bei uns willkommen.

Damit der Tag bei uns für Deinen Hund und Dich zu einem ungetrübten Vergnügen wird, möchten wir Dir gleich zu Anfang die Platzordnung und die Rennordnung auf den Tisch legen, denn dann weisst Du schon mal wann, wo und wie der Hase bei uns läuft.
Wann genau er läuft, erfährst Du über unseren Terminkalender.

Erste Schritte
Beim ersten Besuch auf der Rennbahn solltest Du keine zu großen Erwartungen haben.

Komm zur Anmeldestelle und sag der Trainingsleitung, dass Ihr Neulinge seid. Man wird sich um Euch kümmern und Dich einweisen.
Wir ziehen pro Trainingstag in der Regel 2 Durchgänge – und werden uns natürlich auch Zeit für Dich und Deinen Hund nehmen. Wahrscheinlich wird Dein Hund sich sehr schnell für den flitzenden Hasen und für die den Hasen verfolgenden Hunde interessieren. Sollte er jetzt schon laut kläffend in der Leine hängen, gehst Du besser ins Abseits – er hat anscheinend schon verstanden worum es geht. Jetzt sollte er sich nicht weiter unnötig aufregen und verausgaben.
In der Pause kannst Du in Absprache mit der Trainingsleitung schon mal ein bisschen mit dem Fell üben. Dazu ist man am besten zu zweit - Du ziehst es ein kleines Stück mit der Hand vom Hund weg, schüttelst es etwas und lässt ihn (vorerst noch an der Leine) schön hineinbeißen und beuteln. Nach und nach kannst Du den Abstand vergrößern und ihn immer längere Strecken (20-40m) laufen lassen – dann natürlich ohne Leine.
Falls Dein Hund gut auf das Lockmittel reagiert, besprechen wir, ob Du ihn im 2. Trainingsdurchlauf bereits ein kleines Stück hinter der Hasenzugmaschine her laufen lässt. Die Strecke ist nicht lang und befindet sich auf der Start-Gerade. Es geht am ersten Tag nur darum, sein Interesse zu wecken. Und wir freuen uns wenn Ihr wieder kommt, auch wenn es beim ersten Versuch nicht gleich so perfekt geklappt hat. Es gibt Hunde, die brauchen einfach etwas Zeit.

Das richtige Alter
Die Sportordnung des DWZRV gibt ein gewisses Mindestalter für die Teilnahme an offiziellen Rennen vor.

15 Monate für kleine Rassen (Whippet, Windspiel), 18 Monate für die Großen. Man möchte die Überforderung junger Hunde vermeiden – und daraus sollte der Besitzer schließen, dass er seinem Hund die volle Rennstrecke von 360 bzw. 480m auch erst in diesem Alter zumuten darf.
Es ist noch kein Hund zu spät auf die Bahn gekommen, aber sehr viele zu früh. Der Hund wird rennen, so lange er den Hasen sieht, er weiß nicht, dass er sich eigentlich noch zurücknehmen und schonen sollte. Gerade in den Kurven ist die Belastung für die Gelenke durch die auftretenden Fliehkräfte ungemein, es wird gesagt dass sie je nach Rasse und Geschwindigkeit bei bis zu 2-3 Tonnen(!) liegt. Die noch weichen Sehnen und Bänder beim Junghund sind diesen Kräften auf Dauer nicht gewachsen – leider sieht man die Schäden oft nicht sofort sondern erst nach einiger Zeit. Auf jeden Fall ist zu vermeiden, dass der Hund ungeübt aus voller Beschleunigung aus der Geraden heraus in die Kurve knallt.
Hier liegt es wirklich am Besitzer, Vernunft zu zeigen und seinen Hund langsam und behutsam anzutrainieren. Die Verlockung ist groß – es macht dem Kleinen ja soviel Spaß! Aber trotzdem: volle Strecke mit 10 Monaten ist kein Beweis dafür, dass der Hund besonders talentiert ist, sondern dass sein Besitzer nicht mit der notwendigen Sorgfalt ans Werk geht.
Bis zum Alter von 12 Monaten sollte kein Hund mehr als ein Stück der Startgerade auf der Rennbahn gelaufen sein. Danach beginnt man langsam mit dem Kurventraining und steigert sehr langsam die Rennstrecke. Mit den kleineren Rassen, wie z.B. dem Whippet kann man ab dem 12. Monat das Training gezielt steigern, mit den großen Rassen lässt man es besser, denn die benötigen für die Entwicklung einfach länger.
Je später Du Deinen Hund der vollen Belastung aussetzt und je reifer er dabei ist, desto länger wirst Du später Freude am Rennsport haben. Du legst die Basis in den jungen Lebensjahren dafür, dass Dein Hund gesund und mit stabilen Gelenken bis in die Seniorenklasse laufen kann.

Die Routinen
Aufwärmen - Rennen - Cool Down - Pause

Die Routine macht den Meister. Jeder menschliche Sportler weiß, dass sorgfältiges Aufwärmen vor dem Sport entscheidend zur Vermeidung von Muskel- und Sehnenverletzungen beiträgt. Bei Deinem Hund ist das nicht anders. Du solltest gute 10-15 min (bei kühler Witterung sicherlich mehr!) dafür einplanen Deinen Hund aufzuwärmen. Am besten läufst Du dazu in einem lockerem Trab abseits der Rennbahn auf und ab. Beugen und Strecken der Vorder- und Hinterbeine gehört genauso dazu wie das Massieren der Muskulatur. Bei kühler Witterung und kaltem Wind wird es sicherlich notwendig Deinen Hund mit einen Mantel warm zu halten. Sportler ziehen ihre Trainingsjacke auch erst ganz kurz vor dem Einsatz aus. Der Aufwärmeffekt hält in etwa 5-10 min an, Du kannst also immer noch in Ruhe zum Sattelplatz und dann zur Startbox gehen.
Auf jeden Fall solltest Du vermeiden, dass Dein Hund sich schon vor dem Start durch Bellen, Springen, Leine zerren etc. völlig verausgabt - warte lieber etwas abseits vom Geschehen.
Ist Dein Hund gerannt, dann ist ein sorgfälltiges Ablaufen (Cool Down) genauso wichtig wie das Aufwärmen. Die Grundregel lautet: solange, bis der Hund in etwa wieder normal atmet. Wasser anbieten, trinken lassen, aber nicht zuviel auf einmal. Bei großer Sommerhitze kannst Du ihn auch durch Begießen der Beine mit Wasser abkühlen, niemals aber eiskaltes Wasser über die stark bemuskelten Körperpartien schütten – besser nur ein feuchtes Handtuch für kurze Zeit darüber legen. Erhitzte Muskeln dürfen niemals schlagartig abkühlen!
Am besten bringst Du ihn nach dem Cool Down ins Auto – auf keinen Fall sollte er im Auslauf mit anderen Hunden spielen, auch wenn ihm das noch so viel Spaß machen würde. Wichtig ist, dass Dein Hund in den Pausen ruht und entspannt.
Das Aussentemperatur und Sonneneinstrahlung zu beachten ist und der Hund nicht im heissen Auto ist, das versteht sich wohl von selbst.

Startkasten
Der Startkasten ist für jeden unerfahrenen Hund zunächst ein Monster ...

... er ist eng, dunkel und meist mit lauten Geräuschen verbunden. Vermeide unbedingt jeden Zwang am Kasten, der Hund soll irgendwann einmal freudig hineingehen weil er weiß, dass das der Weg zum begehrten Hasen ist. Wichtig ist, dass Du Dir und Deinem Hund beim Startkastentraining Zeit lässt. Den Startkasten muss Dein Hund nicht unbedingt in der ersten Trainingsstunde sofort meistern. Richtig aufgebaut wird der Startkasten später sicherlich sein "bester Freund" und es wird ihm ein Vergnügen sein hineinzugehen. Wir helfen Dir vor Ort dabei. Bis der Startkasten sitzt, darf Dein Hund aus der Hand gestartet werden und es ist vor und nach dem Training immer Zeit am und mit dem Startkasten entsprechend zu üben.

Maulkorb und Renndecke
An Maulkorb und Renndecke gewöhnt man den Hund am besten zuhause.

Immer mal kurz aufsetzen, ein bisschen herumspielen (vielleicht mit einem kleinen Fellstück an einer Angel), wieder absetzen. Du wirst sehen, daran gewöhnt er sich schneller als man denkt!

Kondition
Das eigentliche Training, um den Hund fit zu bekommen, passiert nicht am Wochenende auf dem Rennbahn-Gelände, sondern im Alltag.

Du solltest Deinen Hund jeden Tag bewegen. Wenn möglich im Freilauf, so dass er sich richtig strecken kann und sich übt Geschwindigkeit aufzunehmen. Natürlich sollte das Bewegungspensum an das Alter und die Entwicklung des Hundes angepasst sein. Kein Rennhund braucht täglich zweistündige Fahrradtouren. Das soll natürlich nicht heißen, dass Du Deinen Hund unter der Woche nur auf dem Sofa liegen lässt. Spaziergänge trainieren das Herz- Kreislaufsystem, Rennspiele die Muskulatur und die Geschicklichkeit. Achte darauf, dass Dein Hund nach einem Rennspiel mit anderen Hunden in Bewegung bleibt, denn auch in der Feizeit-Rennerei ist ein Cool Down für den Hund wichtig.
Wenn Du und Dein Hund Spaß an der Rennbahn haben, dann eröffnet Euch unser Rennverein alle Möglichkeiten, um den Rennsport für Dich und Deinen Hund zum Highlight Eurer Beziehung zu machen.

Pflegeauftrag
Krallen - Ohren - Augen - Zähne

Krallen: Beim Abbremsen am Hasen besteht immer die Gefahr, dass sich die Krallen im Untergrund verhaken und dadurch die Kapseln und Seitenbänder der Zehengelenke überdehnen oder gar reißen. Je länger die Krallen, desto höher das Risiko!
Ohren: Sauber halten und kontrollieren, denn auch leichte Entzündungen bereiten Schmerzen, mit einer Ohrenentzündung sollte Dein Hund keinen Sport treiben.
Augen: Achte auf kleine Verletzungen auf den Linsen und den Liedern die beim Spielen oder auch beim Rennen passieren können, wenn Dein Hund auf Sand läuft, dann solltest Du anschließend die Augen mit Wasser gut ausspülen.
Zähne: Die Zahngesundheit ist nicht nur für uns Menschen wichtig, sondern auch für unseren Hundesportler. Zahnstein und Zahnfleischentzündungen sind ernst zu nehmen. Bitte kontrolliere die Zähne Deines Hundes regelmässig und lass erst gar keinen Zahnstein entstehen. Wenn Dein Hund schon Zahnstein/Zahnfleischentzündungen hat, dann solltest Du ihm die Zähne reinigen lassen, bevor er auf der Rennbahn läuft.

Leistung
Was leistet Dein Hund wirklich?

Dein Hund wird zwischen Training und Wettkampf nicht unterscheiden, sobald er auf der Bahn ist und hetzen kann, wird er alles geben. Deshalb ist es für Dich eine wichtige Aufgabe, die Belastung Deines Hundes zu erkennen und Überanstrengung mit potentiell schlimmen Verletzungen als Folge dringend zu vermeiden.
Grundsätzlich gibt es 2 verschiedene Formen der Energiegewinnung für den Muskel: die aerobe Energiegewinnung, bei der Glucose unter Mitwirkung von Sauerstoff komplett abgebaut wird und die anaerobe Energiegewinnung, bei der die Glucose bei Sauerstoffmangel nur unvollständig zu Milchsäure verstoffwechselt wird. Dies führt zur Übersäuerung des Muskels und zum raschen Leistungsabfall.
Wir müssen uns immer bewusst sein, dass bei einem Vollgassprint, wie ihn unsere Hunde auf der Rennbahn absolvieren, nur wenige Sekunden Sauerstoff für den aeroben Abbau zur Verfügung steht. Danach wird ausschließlich anaerob abgebaut – wir müssen also damit rechnen, dass die Muskulatur kurz nach dem Lauf deutlich übersäuert ist und sich dringend regenerieren muss. Dafür braucht der Hund eine ausreichend lange Pause, in der er sich völlig entspannen kann.

Der Hund kann nicht entscheiden, sich beim nächsten Lauf etwas zurückzuhalten – das musst Du tun, und beim geringsten Zweifel an seiner Fitness auf den Lauf verzichten. Im Rennen geht der Hund bis an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit und teilweise darüber hinaus. Das Verletzungsrisiko steigt bei Überbelastung enorm – es liegt an uns, unsere Hunde davor zu bewahren!

Das sollte als erste Information für den Anfang reichen - wir wünschen Dir und Deinem Hund viel Freunde auf der Rennbahn. Und zögere bitte nicht, uns Löcher in den Bauch zu fragen, wenn Du weitere Informationen oder Hilfe benötigst.
Regelmässig werden bei uns auf der Rennbahn spezielle Rennbahntrainings von externen Hundetrainern angeboten, die es Dir ermöglichen Deinen Hund entsprechend zu trainieren.

- Dein WRV-Team

Bitte hab dafür Verständnis, wenn wir während des Trainings vielleicht etwas angespannt und manchmal etwas wortkarg sind, nach dem Training und dem Versorgen unserer eigenen Hunde sind wir für Dich da.

Fortbildung & Training
Seminar- Trainings- und Ausbildungsangebote in unserem Verein.

Da wir neben unserer ehrenamtlichen Arbeit im Verein wenig Zeit haben, um unsere Mitglieder aus- und weiterzubilden, veranstalten wir regelmässig Seminare, Workshops und Spezialtrainings rund um den Hund / Windhund mit externen Hundetrainern, Physiotherapeuten, Tierärzten und Showtrainern.
Termine und Programm findest Du im Terminkalender.
Für spezielle Themenwünsche unserer Mitglieder haben wir immer ein offenes Ohr. Also immer her mit Euren Ideen.

Terminkalender